Tina Rosner

Landesvorsitzende

Geburtsjahr: 1991
Kreis-/Stadtverband: Stadtverband Magdeburg
Tätigkeit/Beschäftigung/Beruf: Studierende im Master Sozialwissenschaften und an der Uni beschäftigt

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Persönliches:
Wenn ich nicht gerade auf einer Juso-Sitzung bin, dann…
kann es gut sein, dass ich laufe, Rad fahre oder lese. Eventuell bin ich aber auch in der Universität und studiere beziehungsweise arbeite.

Gibt es für dich einen Lieblingsfilm oder eine Lieblingsserie?
Da Filme nicht wirklich mein Medium sind, sehe ich zum einen nur ab und an welche, zum anderen tue ich mich ein wenig schwer, hier einen zu favorisieren. Besonders interessant finde ich aber unter anderem den Film zu Hannah Ahrendt von Margarethe von Trotta. Hannah Ahrendt wird dabei von Barbara Sukowa gespielt. Die beiden haben in den 1980er Jahren im Übrigen auch einen Film zu Rosa Luxemburg gemacht. Beide durchaus sehenswert. Ähnlich interessant ist meines Erachtens zum Beispiel auch „Der Staat gegen Fritz Bauer“. Alles in allem interessieren mich politische Filme, oder Filme die eher nachdenklich als klassisch schön sind eher als der typische Blockbuster.

Welches Buch kannst du empfehlen?
Das wären sicherlich ein paar, unter anderem „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz und auch „Der Nazi und der Friseur“ von Edgar Hilsenrath. Beide verhandeln zwar auf den ersten Blick einen ähnlichen Kontext und die Fragen nach Schuld und Verantwortung, sind aber jeweils für sich auch künstlerisch durchaus interessant.
Fasziniert hat mich aber, wenn auch vor Jahren schon, die sechs-teilige Saga „Die Kinder der Erde“ von Jean M. Auel. Diese Bücher, die das Leben von „Ayla“ schildern, spielen vor circa 30.000 Jahren und zeichnen sich besonders durch ihren Detailreichtum aus. Man merkt beim Lesen einfach, dass die Autorin sich intensiv mit dem Material beschäftigt hat. So arbeitete sie zum Beispiel über die gesamte Zeit eng mit namenhaften Wissenschaftlern zusammen oder besuchte verschiedene Höhlen um die Spielstätten ihrer Romane kennenzulernen. Ähnlich gut gearbeitet und deshalb sehr lesenswert sind auch Romane von Ken Follet. Hier möchte ich bedenkenlos die Vielfalt seiner Werke insgesamt empfehlen. Außerdem mag ich die Werke von Bertolt Brecht und lese ab und an mal ganz gerne etwas von Bernhard Schlink. Neben dem Roman „Der Vorleser“ fällt mir hier insbesondere die Kurzgeschichte „Das Mädchen mit der Eidechse“ als sehr eindrücklich ein.

Katze, Hund oder etwas ganz anderes?
Katze- ganz klar. Ich habe zwar grundsätzlich nichts gegen Hunde – solange sie nicht bellen, also leise sind – Katzen sind aber eben einfach unschlagbar.
Wie möchtest du in 50 Jahren – du hast dann die Grenze zur AG 60 plus definitiv überschritten- auf die Arbeit der Jusos zurückblicken?
Ich glaube, wichtig wäre mir, dass wir bei aller Balance zwischen klassischem Jugendverband und der Mitgestaltung in der SPD als Gesamtheit nie unseren Anspruch aus Internationalismus und feministischer Perspektive verloren haben. Ich hoffe auch, dass wir wahrnehmbar und konsequent, dabei im Stil aber sauber und angemessen gehandelt haben.
Auch hoffe ich rückblickend sagen zu können, dass wir nicht nur selbst entschieden und ohne Kompromisse gegen Ressentiments und Hass aktiv waren, sondern dabei noch viele motivieren konnten, dies ebenso zu tun und somit wichtige Zeichen zu setzen und unsere Vorstellungen von Gerechtigkeit zu behaupten.
Auch hoffe ich, dass ich auch zu diesem Zeitpunkt noch immer einen kleinen Teil „Juso“ in mir habe und über Kontakte zu den neuen, dann aktiven Jusos verfüge.

Politisches:
Wie bist du zu den Jusos gekommen und wann?
Politik interessiert und fasziniert mich schon seit meiner Kindheit. Mein Interesse wurde unter anderem durch den US-Präsidentschaftswahlkampf des Jahres 2000 noch weiter verstärkt. Ich war mir damals sicher, dass Al Gore gegen George W. Bush gewinnen sollte. Dies hat zwar leider nicht geklappt, ich glaube aber, dass diese erste bewusste Erinnerung an Politik der Anfang meiner Faszination war. Auch den Zugang zu unserer Politik in Deutschland habe ich relativ früh gefunden. So faszinierten mich zum Beispiel schon als Kind die bunten Balken der Fernsehhochrechnungen von Wahlergebnissen. Daraufhin hat mir meine Mutter dann verschiedene Bücher geschenkt, in denen Politik kindgerecht erklärt wurde. Das hat sicherlich auch dazu geführt, dass sich dieses diffuse Interesse weiterentwickelte.
Ich beschäftigte mich dann immer mehr mit Politik und erreichte irgendwann einen Punkt, an dem mir das Beobachten nicht mehr ausreichte. Mir war klar, dass ich mich aktiv in einer Partei engagieren wollte. Das diese Partei die SPD sein würde, dessen war ich mir zu diesem Zeitpunkt bereits längere Zeit absolut sicher, hatte ich doch bereits lange mit ihr sympathisiert und daraufhin viele Informationen zur Programmatik und Geschichte geprüft.
Im April 2009 bin ich, mit 17 und kurz vor dem Europa – und Kommunalwahlkampf, in dem ich mich auch gleich engagiert habe, in die SPD eingetreten. Dann bin ich, ohne dass ich dort jemanden kannte, gleich zu der ersten Jusos Sitzung nach meinem Eintritt gegangen und wurde dort sofort gut aufgenommen. Ebenso hatte ich aber auch im Ortsverein nette Erfahrungen, so dass ich sowohl bei den Jusos als auch bei den „großen“ sofort einen angenehmen Einstieg hatte.

Welche beiden Dinge fallen dir spontan auf die Frage ein, was in Sachsen-Anhalt geändert werden muss und was so bleiben soll?
Ich glaube, neben dem bewussteren Umgang mit dem Wert von Bildung und ihrer Bedeutung als Chance für die Menschen in diesem Bundesland ist es für uns neben vielen weiteren Aspekten auch wichtig, dass wir zum einen Konzepte für das Leben im ländlichen Raum weiterentwickeln und zum anderen noch stärker dafür eintreten, dass Sachsen-Anhalt ein Bundesland ist, in dem die Menschen in einer offenen, fairen und von Akzeptanz geprägten Gesellschaft leben. Mit Stimmungsmache und Hetze sowie teilweise Hass wird von einigen versucht, diese Gesellschaft zu untergraben und zu einer intoleranteren zu machen. Das geht gar nicht und erfordert mehr als Schweigen.
Schaut man auf die letzten Jahre und den Koalitionsvertrag zurück, gab es aber natürlich auch gute Entwicklungen. Zum Beispiel konnte die SPD mit der Gemeinschaftsschule die Weichen der Bildungspolitik in die richtige Richtung, hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit, stellen. Zum anderen ist ja zum Beispiel auch vereinbart worden, dass die Landesverfassung im Artikel 3 verändert werden soll und das Verbot der Diskriminierung um den Punkt der sexuellen Orientierung erweitert werden soll. Wenn dieser Punkt zeitnah kommt, haben wir auch hier wieder etwas Wichtiges erreicht – an uns liegt es jeden Falls nicht, dass es weiterhin dauert.